Erkrankungen der Schilddrüse

Die Ursache hierfür ist der Jodmangel im Grundwasser. Durch das Tauen der Gletscher der letzten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren wurde das Jod aus der Erde Zentraleuropas komplett herausgespült. In Folge dessen nimmt der deutsche Bürger im Durchschnitt täglich nur 70 Mikrogramm Jod, bei einem Bedarf von 150-300 Mikrogramm, zu sich. Daher entsteht ein chronisches Joddefizit, welches die o.g. Schilddrüsenveränderungen begünstigt.

 

Dem Jodmangel wurde in den letzten 10 Jahren erfolgreich mit einer Jodierung von Speisesalz begegnet. Davon profitieren die Kinder sowie Jugendlichen, bei denen die Strumahäufigkeit (Struma bedeutet eine allgemeine Vergrösserung der Schilddrüse) auf 4-9% reduziert werden konnte.

 

Im Gegensatz zu den Kindern/Jugendlichen, hat die Papillon-Studie 2004, die größte deutsche epidemiologische Studie über sonographische Veränderungen der Schilddrüse, bei 33% der deutschen Bevölkerung (20 Mio.) asymptomatische Schilddrüsenveränderungen (zum Beispiel Struma diffusa oder nodosa) gezeigt.

 

Eine Knotenstruma oder knotige Veränderungen in einer normal großen Schilddrüse fanden sich bei 23% der Bevölkerung (bei Frauen 27%, bei Männer 20%). Bei Frauen über 46 Jahre steigt die Inzidenz eines Schilddrüsenprozesses auf 47% (davon 40% knotige Veränderungen).

 

Die Struma-Op. stellt die 4. häufigste Operation der Allgemein-und
Bauchchirurgie dar (ca. 102.000 Operationen/Jahr).

Op-Indikationen bei benignen Schilddrüsenerkrankungen:

 

  1. Struma 3. Grades (sichtbar mit Atem- oder Schluckbeschwerden)
  2. Kalte Knoten über 1 cm Durchmesser
  3. Struma mit fokaler oder diffuser Überfunktion
  4. Morbus Basedow (Autoimmunkrankheit mit Überfunktion)

 

Modernisierung der Schilddrüsenchirurgie

I. Die konventionelle Technik

Die Schilddrüse wird normalerweise durch einen suprajugulären Halsschnitt von ca. 6-10 cm operiert. Seit Beginn der Schilddrüsenchirurgie in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es keine wesentlichen Neuerungen im Bezug auf den chirurgischen Zugang. Dieser Halsschnitt, nach dem Chirurgen Theodor Kocher als „Kocherscher Kragenschnitt“ benannt, bedeutet für den Chirurgen einen guten und sicheren Zugang zur Schilddrüse, für den Patienten jedoch eine gut sichtbare „Narbe fürs Leben“.

Zwei technische Probleme müssen berücksichtigt werden:

  • Erhalt der Nebenschilddrüsen
  • Identifikation und Schonung des N. recurrens

Dementschprechend wurden technische Innovationen eingeführt:

  1. Operieren mit Lupenbrille mit einer Vergrößerung von 2-2,5x.
  2. Das intraoperative Neuromonitoring des N. recurrens
  3. Minimal invasive Operationsverfahren

 

Kosmetische Aspekte der Schilddrüsenoperation

Kopf und Hals können lassen sich nicht komplett mit Kleidung bedecken. Häufig werden junge Frauen (30-45 Jahre) an der Schilddrüse operiert, bei denen der ästhetische Aspekt der Narbe eine große Rolle spielt.

In den letzten Jahren wurden, durch die Anpassung der Wundlänge an die Größe des zu operierenden Schilddrüsenprozesses oder durch die Positionierung der Narbe in kosmetisch günstigeren Regionen, bessere ästhetische Ergebnisse erreicht.



II. Die minimal invasive Schilddrüsenchirurgie mit zervikaler Wunde

Der Begriff „minimalinvasiv“ bezieht sich dabei auf die Reduzierung der Wundlänge auf ca. 3 cm sowie des Operationstraumas durch die Benutzung eines mikrochirurgischen Instrumentariums. Für die Visualisierung des oberen Schilddrüsenpols ist die Videotechnik notwendig. Mit anderen Worten wird die Technik als „minimalinvasiv videoassistiert“ oder MIVAT definiert (z.B. minimalinvasive videoassistierte Thyreoidektomie).

 

III. Die endoskopische Schilddrüsenchirurgie ohne zervikale Wunde

Diese stellt ein neues Gebiet der minimalinvasiven Chirurgie dar. Die chirurgische Präparation erfolgt, im Vergleich mit den endoskopischen abdominalen oder thorakoskopischen Techniken, in einem virtuellen Präparationsraum (dem so genannten suprasternalen Raum zwischen der superfiziellen und der mittleren Zervikalfaszie). Um diesen Raum aufrecht zu erhalten, verwenden die endoskopischen Techniken die CO2-Gasinsuflation. Das kosmetische Ergebnis wird durch die Platzierung der Wunde axillär, thorakal oder an Körpergegenden, welche postoperativ mit Kleidung bedeckt werden (z.B. supraareollär), maximiert.

Hinsichtlich der Zugänge hat sich in Deutschland der axillo-bilaterale Brustzugang oder ABBA (axillar-bilateral-breast-approach) durchgesetzt.

 

Von diesen Methoden profitieren besonders junge Patientinnen mit kleinen knotigen Schilddrüsenveränderungen. Außer einer schnelleren Genesung steht die Ästhetik mit kleinen Narben im Vordergrund.

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